2005-04-08

Hütchenspielertricks
von Christina Stefanescu


Der Sommer wird heiß! Der Sommer wird laut! Der Sommer wird unerträglich - werden für all jene, die Studiengebühren erheben wollen ohne eine Gegenleistung zu erbringen. Die Kultusminister lecken sich die Finger: Bald gibt’s Geld, oder auch nicht! Wie kann man als Student einfach dabei zusehen, wie Gebühren gepaart mit dem Wort Studien in die Länderhaushalte fließen? Die einzigen, die aus heutiger Sicht von der Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts profitieren, sind die Kultusminister. Die motzen auf Kosten der Studenten ihr Image auf. Statt immer nur Geld aus dem Fenster zu werfen – der Eindruck konnte zumindest aus Sicht eines Umweltministers entstehen – treiben sie es endlich mal ein.

Gewinne, Gewinne, Gewinne! Wie die Hütchenspieler mit den Goldzähnen im Mund, die Tag ein, Tag aus an der Berliner Museumsinsel stehen, versprechen die Damen und Herren in den Kultusministerien satte Gewinne, geben ab und zu ein Häppchen, respektive ein wenig Geld für ein paar neue Bücher für die Uni-Bibliothek x, und stecken den größten Batzen Scheine in die Ländertasche. Und wenn einer gewinnt, dann ist es der Handlanger, der die vorbeiströmenden Massen zum Spielen anregen soll. Was passiert mit den Millionen? Es werden ein paar Haushaltslöcher gestopft.

Es ist blauäugig zu glauben, dass der gemeine Student es akzeptieren wird, pro Semester 500 Euro zahlen zu müssen, ohne dass sich Lehre oder gar die Bedingungen an den Universitäten verbessern. Darlehn hin, Darlehn her, letztlich machen sich jetzt schon viele darüber Gedanken, wie sie diesen Geldberg, bestehend aus Bafög-Rückzahlungen und Studiengebühren nach dem Studium überhaupt stemmen sollen. Die Familienplanung fällt dann erstmal flach. Von einer Existenzgründung ganz zu schweigen.

Um fünf vor zwölf, kurz vor dem Ende des Sommersemesters werden die Strassen voll sein. Nicht nur die Studenten werden dann gegen den Wahnwitz protestieren, sondern auch Eltern und Professoren. Wer Bedingungen an seine Studenten stellt, der muss sich auch an die eigene Nase greifen. Wer die Universitäten vergammeln lässt darf sich nicht wundern, wenn immer mehr Nachwuchswissenschaftler ins Ausland gehen.

Von wegen Elite schaffen. Wie wäre es alternativ mit einer Änderung des Hochschulgesetzes? Warum soll die Wirtschaft nicht wie an Privatuniversitäten Hörsäle ausrüsten und dafür mit einem Schildchen an der Eingangstür gewürdigt werden, statt wie bisher nur verdeckt Institute zu unterstützen?

Studenten, wehrt euch. Wenn schon Studiengebühren, dann Gebühren, die direkt den Universitäten zu Gute kommen.


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Die Antwort von Christina Stefanescu auf den Text "Studiengebühren - Die Protest-Pleite oder: Alles bleibt ruhig!" von Manuel J. Hartung.




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