So zu wünschen nämlich eine gemäßigte Regierung unter Tzipi Livni auch sein mag, wundern muss man sich über das Erstarken der rechten Parteien nicht – immerhin war es mit Ariel Scharon 2005 ein langjähriger Likud-Politiker, der den bedingunglosen Rückzug aus dem Gaza-Streifen durchboxte. Die damaligen Gegner dieser Politik freuten sich insgeheim über jede einzelne Kassam-Rakete, die auf Sderot niederging. Wie ihnen die Hamas in die Hand spielte: Man habe israelischen Siedler das Land weggenommen, von dem aus jetzt Terroristen ihre tödliche Waffe zündeten, fabulierten die Hardliner um Netanjahu.
Wir beklagen alle die Isolierung der Palästinenser im Gaza-Streifen. Freilich, eine humanitäre Katastrophe, eine menschliche Tragödie – doch vergessen wir dabei Ägypten, vergessen wir, dass Israel mitten in den Kampfhandlungen von seinem Boden aus den Weg für Medikamente ins Feindesland freimachte, als Ägypten seine Ambulanzen noch ordentlich vor dem geschlossenen Grenzübergang Rafah geparkt hielt.
Krieg ist schrecklich. Von einigen jüdischen Ewiggestrigen abgesehen gibt es niemanden in der Welt, der dem Gaza-Streifen nicht eine Besserung der Lage wünschen würde. Und Lino Klevesath hat recht: Ein Krieg, der seine Ziele nicht erreichen kann, ist per se ungerecht. Deshalb ist natürlich die ganze Wahrheit, dass der kleine Konflikt zwischen Hamas und Jerusalem nicht der entscheidende ist, sondern der auf der großen Bühne zwischen den USA und den Teheraner Mullahs. Die Weichen stellen wird ein Ende der Drohgebärden aus Teheran und seine Unterstützung der Terroristen.
Wann dieses Ende kommen wird – wir können nur hoffen. Auf wen? Auf Obama? Oder auf eine zweite Revolution in Persien – immerhin ist dieses Volk im Schnitt 25 Jahre alt. Vielleicht lässt sich die liberale iranische Jugend nicht mehr lange von einem widerlichen Regime unterdrücken und löst damit nicht nur ihr eigenes Problem, sondern befreit den ganzen Nahen Osten von Assad, der Hamas, der Hisbollah und wie die Verbrecher alle heißen.





